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Der Körper der Weinbergschnecke ist weich, flexibel und mit Schleim bedeckt und unterscheidet sich deutlich sichtbar von der harten, leblosen Schale.

Die außerhalb der Schale liegenden Körperteile kann man in den vorne liegenden Kopf und den dahinter liegenden Fuss unterscheiden. Auf dem Rücken der Schnecke befindet sich im Inneren der Schale der Eingeweidesack. Die empfindlichen inneren Organe im Eingeweidesack werden durch eine dicke Hautfalte, den Mantel (Pallium) nach außen geschützt. Auf der rechten Seite des Mantels öffnet sich das Atemloch zur dahinter liegenden Mantelhöhle der Schnecke.

Körperteile und Organe einer Weinbergschnecke (hier klicken)

Schleimschicht

Der gesamte sichtbare Körper der Weinbergschnecke ist von einer Schleimschicht bedeckt, die von zahlreichen über die Körperoberfläche verteilten Drüsen abgesondert wird.

Der Schleim einer Weinbergschnecke schützt das Tier nicht nur gegen Austrocknung. Besonders zur Abwehr kleiner Feinde wie Ameisen setzt die Weinbergschnecke große Mengen eines dünnflüssigen Schleims ein. Dabei kann die Weinbergschnecke auch ein zischendes Geräusch erzeugen, das manche Angreifer abschreckt.

Der Kopf

Am Kopf einer Weinbergschnecke befinden sich die meisten Sinnesorgane. Sie orientiert sich fortwährend mit den vier Fühlern. Dabei ertasten die kleineren Fühler den Untergrund, während die beiden langen Fühler dazu dienen, den beiden Augen ein großes Gesichtfeld zu verschaffen. Beide Fühlerpaare sind zudem dicht mit Geruchs- und Geschmackszellen besetzt. Auch die Lippen, die sich unterhalb der kleinen Fühler befinden, sind mit zahlreichen Geschmackszellen besetzt.

Der Fuss

Der Fuss der Weinbergschnecke ist als Kriechfuss ausgebildet. Seine Unterseite bildet eine flache Sohle, auf der sich das Tier mit quer verlaufenden Wellenbewegungen fortbewegt.

Die Saugwirkung des Sohlensaums unterstützt die Weinbergschnecke, indem sie einen Unterdruck herstellt, den man deutlich spüren kann, wenn man versucht, eine Schnecke von einer glatten Oberfläche abzulösen. Eine große Schleimdrüse, die kurz hinter den Lippen auf der Unterseite des Fusses mündet, sondert zudem ein Schleimbett ab, auf dem die Schnecke kriecht und das sie als Schleimspur hinter sich zurück lässt.

Mantel und Eingeweidesack

Weinbergschnecken tragen auf dem Rücken einen sackförmigen Körperteil. Im Inneren dieses Körperteils befinden sich verschiedene innere Organe der Schnecke. Man bezeichnet den genannten Körperteil daher als Eingeweidesack.

Die Mantelfalte im Bereich der Schalenmündung ist eine besondere Anpassung der Landschnecken. Die Atmung findet, wie bei anderen Schnecken, in der Mantelhöhle statt, deren Öffnung als Atemloch (Pneumostom) von außen gut zu erkennen ist. Der Mantel dient nicht nur dazu, den Eingeweidesack und die Mantelhöhle der Schnecke vor Verdunstung zu schützen. Er dient vor allem auch der Schalenbildung. Drüsenzellen auf der Manteloberfläche sondern ein kalkhaltiges Sekret ab, das im Inneren der Schale und im Mündungsbereich zu Kalkkristallen erstarrt.

Die Atmung

Erst die Fähigkeit zur Atmung von Sauerstoff aus der Luft ermöglichte den Vorfahren der heutigen Weinbergschnecken den Übergang zu einem dauerhaften Landleben. Die Atmung findet auch bei den Landschnecken in der Mantelhöhle statt. Sie wird daher auch als Atemhöhle bezeichnet. Der Gasaustausch findet am Dach der Mantelhöhle statt. Dort ist das Gewebe der Mantelhöhle besonders dünn, so dass Sauerstoff (O2) aus der Atemluft in die Blutflüssigkeit diffundieren kann, die dort zirkuliert.

Blutkreislauf

Das Herz der Weinbergschnecke liegt im Herzbeutel (Perikard) am oberen Mantelrand. Die Herzschlagfrequenz der Weinbergschnecke hängt stark von ihrer Körpertemperatur und ihrer Aktivität ab. Während der Winter- oder Trockenruhe wird die Herzschlagfrequenz stark reduziert, von 70 bis 80 Schlägen in der Minute kann sie dann bis auf 5 Schläge in der Minute abnehmen. Das Blut verleiht dem weichen Körper der Schnecke, dem ein Skelett fehlt, durch den Druck der Körperflüssigkeit gegen die Körperwand jedoch auch Form und Festigkeit. Zusätzlich dient die Blutflüssigkeit auch als Hydraulikflüssigkeit, wenn ein eingezogenes Organ, etwa ein Fühler, durch den Druck der Blutflüssigkeit wieder ausgestreckt wird.

Verdauung

Nachdem die Schnecke ihre Nahrung mit der Radula aufgenommen und zerkleinert hat, verschwindet diese im Schlund, um verdaut zu werden.

Die ersten Schritte der Verdauung geschehen bereits in der Mundhöhle der Schnecke. Durch die Wirkung des Speichels wird die Nahrung in einen Brei verwandelt, der sich leichter durch den Schlund in Richtung Magen transportieren lässt.

Der Magen weist an seinem hinteren Ende einen Blindsack auf, in dem sich der Nahrungsbrei staut. Hier findet die hauptsächliche Verdauung durch die Sekrete der Mitteldarmdrüse statt. Eine weitere wichtige Aufgabe der Mitteldarmdrüse ist gelösten Kalk aus der Nahrung aufzunehmen und zu speichern. Diesen verwendet sie zur Bildung der Schalen der Eier, als Baumaterial für die eigene Schale und den Schalendeckel, der die Schale der Weinbergschnecke während ihrer Winterruhe verschließt.

Aus dem Magenblindsack der Weinbergschnecke tritt der Dünndarm aus. Der Enddarm mündet schließlich in der Afteröffnung, die sich nahe dem Atemloch im Mantel der Schalenmündung nach außen öffnet.

Nervensystem

Die Funktionen der Organe im Körper der Weinbergschnecke werden vom Nervensystem gesteuert, welches der Verarbeitung von durch Sinneszellen gewonnenen Reizinformationen und von Anweisungen an Organe und Muskulatur dient. Dieses System ist sehr ausgereift. Man kann bei der Weinbergschnecke sogar von einer deutlichen Tendenz zur Hirnbildung sprechen.

Sinne und Sinnesorgane

Die Anpassung der Schnecken an das Landleben konnte nur deswegen so erfolgreich sein, weil sich neben Atmung, Fortpflanzung und Entwicklung auch die Sinne und Sinnesorgane der Landschnecken an die Anforderungen des Landlebens angepasst haben.

Sinnesorgane besitzt die Weinbergschnecke im engeren Sinne nur zwei: Die Augen an der Spitze ihrer beiden großen Fühler und die Statocysten, flüssigkeitsgefüllte Bläschen nahe dem Schlundring, die als Gleichgewichtsorgan dienen. Die übrigen Sinne der Weinbergschnecke wirken durch einzelne Sinneszellen. Diese können, wie beim Geruchs- und Geschmackssinn, wesentlich am Kopf konzentriert sein, oder, wie beim Tastsinn, in unterschiedlicher Dichte über die gesamte Körperoberfläche verstreut liegen.

Lichtsinn

Die beiden großen Fühler einer Weinbergschnecke wachsen zu einem verbreiterten Endknopf aus, in dem sich die Augen der Schnecke befinden. Es handelt sich um ein hoch entwickeltes Linsenauge. Man muss aber davon ausgehen, dass die Weinbergschnecke mit Hilfe des Sehfarbstoffes Rhodopsin nur Schwarzweiß sehen kann.

Im Gegensatz zu den einfacheren Augen der Meeresschnecken, verleihen sie dem gesehenen Bild sowohl Helligkeit, als auch Kontrast.

Auch außerhalb des Auges liegen Lichtsinneszellen in der Haut über die Körperoberfläche verteilt. Als Folge dessen kann die Schnecke plötzlicher Veränderungen der Helligkeit in ihrer Umgebung erkennen. Daher zieht sie sich in ihre Schale zurück, wenn ein plötzlicher Schatten, der in der Natur wahrscheinlich einen Angreifer bedeutet, über sie fällt.

Tastsinn

Der ganze Körper der Weinbergschnecke ist berührungsempfindlich. Wenn die Schnecke mit einem Hindernis in Kontakt kommt, zieht ein Rückziehmuskel (Retraktor) blitzschnell die betroffenen Körperteile der Schnecke zurück, im Extremfall kann sich mittels des großen Spindelmuskels die ganze Schnecke in ihr Gehäuse zurück ziehen. Während die Schnecke über eine Oberfläche kriecht, ertastet sie mit der Fußsohle weiter den Untergrund und passt sich seiner Form an.

Lagesinn

Wohin sie ihr Weg führt, kennen Weinbergschnecken nur wenige Grenzen. In Rückenlage und selbst über die dünnsten Äste wird eine Weinbergschnecke kriechen. Auf den Rücken gedreht, versucht die Weinbergschnecke, durch Verdrehen des Fußes wieder in die ursprüngliche Lage zu gelangen. Damit sie zu solchen Leistungen in der Lage ist, kann man davon ausgehen, dass die Weinbergschnecke ihre Lage im Raum genau kennt, dass sie also einen Lagesinn besitzt.

Geruchs- und Geschmackssinn

Bekanntermaßen nehmen Schnecken schon auf teilweise größere Entfernungen Nahrungsquellen wahr und bewegen sich dann gezielt darauf zu. Man konnte beweisen, dass Weinbergschnecken auf künstliche Geruchsquellen ebenso zu kriechen, wie auf eine echte Nahrungsquelle. Vor allem in den Lippen, zusätzlich aber auch in den kleinen und großen Fühlern der Weinbergschnecke, konnten Geruchssinneszellen festgestellt werden. Zusätzlich sind Weinbergschnecken auch mit der Oberfläche der Haut dazu in der Lage, Geruchsinformationen wahrzunehmen.

Temperatur- und Feuchtigkeitssinn

Die Fähigkeit, Veränderungen in der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit wahrnehmen zu können, ist für Landschnecken allgemein überlebenswichtig. Allgemein zieht die Weinbergschnecke als Feuchtlufttier den kühleren Schatten, in dem sie zusätzlich gegen Sicht geschützt ist, von der Sonne beschienenen Stellen vor und wird jene aktiv meiden, feuchte Stellen jedoch gezielt aufsuchen, ein Sachverhalt, der auch leicht daran zu erkennen ist, dass Schnecken im Garten mit Vorliebe die frisch gegossenen Beete aufsuchen.


bei Gefahr schäumende Weinbergschnecke




Kopf der Weinbergschnecke




Fuss einer Weinbergschnecke
- Bild: Weichtiere.at -




Mantelfalte mit Atemloch
- Bild: Weichtiere.at -




Weinbergschnecke mit eingezogenen Fühlern




Antike wissenschaftliche Zeichnung
einer Weinbergschnecke




Auge einer Weinbergschnecke




Weinbergschnecken auf Wanderschaft




Ausflug der Weinbergschnecken



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