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Wenn im Herbst die Nächte länger und die Tage kürzer werden, muss sich die Weinbergschnecke auf die Überwinterung vorbereiten. Nur so kann sie die frostigen Temperaturen der Wintermonate in unseren Breiten überleben.

An einer windgeschützten, mit Vegetation bedeckten Stelle gräbt die Weinbergschnecke ihr eigenes Winterversteck. Dazu hebt sie mit dem Fuß, unterstützt von drehenden Bewegungen der Schale, ein Loch aus. Dann zieht sich die Weinbergschnecke in dieses Versteck zurück, um dort zu überwintern. Von der Oberfläche zieht sie noch Pflanzenteile in ihr Versteck, um es zu isolieren. Am Schluss wird die Winterhöhle von innen mit Erde verschlossen. Nun kann sich die Weinbergschnecke darauf vorbereiten, die frostigen Wintertemperaturen zu überdauern.

Zunächst sondert sie aus den Drüsen des Mantels ein kalkhaltiges Sekret aus, das zu einem harten Deckel, dem Epiphragma, erstarrt, der nun die Schalenmündung verschließt. Dieser Mündungsverschluss ist aber nicht luftdicht.

Im Inneren der Schale zieht sich die Schnecke nun weiter zurück und atmet dabei Luft aus der Mantelhöhle aus. Dadurch entsteht ein Luftpolster, das sich zwischen die Schnecke und ihren Deckel legt und für eine weitere Isolierung sorgt.

In ihrer Winterhöhle können die frostigen Temperaturen des Winters der Weinbergschnecke nur wenig anhaben. In einer Versuchsreihe zur Frostresistenz von Schnecken hat man herausgefunden, dass Weinbergschnecken Temperaturen von -40°C überleben können. Es fällt allerdings schwer zu glauben, dass dies allein durch die Bildung des Schalendeckels möglich ist.

Und tatsächlich geschehen bei einer Weinbergschnecke während der Winterruhe zusätzlich bedeutende stoffwechselbiologische Veränderungen. Zunächst scheidet die Weinbergschnecke zu Beginn ihrer Winterruhe alles überflüssige Wasser aus dem Körper aus. Je weniger Wasser sich in den Zellzwischenräumen befindet, desto weniger leicht bilden sich Eiskristalle, die das Gewebe beschädigen. Zusätzlich steigt durch Ausscheidung von Wasser die relative Menge im Blut gelöster Teilchen. Dadurch bildet die Schnecke ihren eigenen Frostschutz.

Um den Energieverbrauch während der Winterruhe möglichst gering zu halten, werden alle überflüssigen Körperfunktionen der Schnecke reduziert.

Im Frühjahr, wenn die Durchschnittstemperaturen über einen Wert von etwa 8°C steigen, kehrt der Stoffwechsel der Weinbergschnecke zum Aktivzustand zurück. Die Schnecke beginnt schließlich, den Fuß auszustrecken und die Membranen zwischen den isolierenden Luftpolstern zu durchbrechen. Zuletzt schiebt die Weinbergschnecke den Winterdeckel an der innen liegenden Ecke nach außen und stößt ihn schließlich ab.

Nach dem Erwachen aus der Winterruhe sind die Weinbergschnecken ausgehungert. Während die Schnecke innerhalb von zwei Tagen etwa 50% des Verlustes ausgleichen kann, braucht sie mehrere Wochen, um wieder ihr vollständiges Gewicht zu erreichen.

Die abgestoßenen Winterdeckel der Weinbergschnecken kann man meist gesammelt an den bevorzugten Winterquartieren der Schnecken finden, ein Anzeichen dafür, dass die Schnecken oft immer wieder die gleichen Winterquartiere aufsuchen.


Weinbergschnecke während der Winterruhe




Weinbergschnecke mit Epiphragma




Weinbergschnecke beim Entfernen
des Epiphragmas im Frühling


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