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Wirtschaftliche Schneckenhaltung

Auch heute noch hat die Schneckenzucht sehr wohl wirtschaftliche Bedeutung: Allein in Frankreich werden jährlich 40.000 Tonnen Schnecken verzehrt. Ein großer Teil davon sind aber, auch heute noch, Sammelschnecken aus Osteuropa und der Türkei.

Die französischen Zuchtmethoden zielen vorwiegend auf die Mästung der Schnecken ab: Große Mengen von Schnecken werden in Treibhäusern oder offenen Gehegen auf engem Raum gehalten und mit künstlichen Futtermischungen ernährt. In Frankreich wird im Allgemeinen der Escargot Petit Gris (Cornu aspersum) gezüchtet, eine wirtschaftliche Zucht von Helix pomatia ist laut französischen Quellen praktisch nicht möglich.

Wie so oft, ist die Behauptung, eine wirtschaftliche Schneckenzucht mit Helix pomatia sei nicht oder nur mit Schwierigkeiten möglich, so nicht ganz korrekt. Die Zucht von Helix pomatia über die reine Mästung von gesammelten Schnecken hinaus hat gerade in Süddeutschland eine Geschichte, die bis ins Mittelalter zurück geht.

Hauptproduzent von Weinbergschnecken ist dabei nach wie vor Frankreich. Aber selbst Frankreich muss teilweise Schnecken importieren, um den eigenen Markt befriedigen zu können.

Naturnahe Schneckenwirtschaft

Auch in anderen Ländern hat sich das Geschäft mit der Schneckenzucht herumgesprochen. Während es in Frankreich fast eine agrarkundliche Nationaldisziplin ist, beschäftigt man sich in der Schweiz, Deutschland und Österreich erst seit kurzem wieder mit der Zucht der Weinbergschnecken.

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, Schnecken in größerem Maßstab zu halten. Doch die naturnahe Schneckenzucht hat, anders als die Schneckenwirtschaft nach französischem Vorbild, zum Ziel, Schnecken in natürlicher Haltung zu züchten, mit einem Blick mehr auf Qualität des erzielten Produkts und weniger auf Quantität.

Auf die Einbringung von Giften und Kunstdüngern wird weitgehend verzichtet. Statt dessen wird auf die natürliche Stickstoffdüngung und Gründüngung zurück gegriffen und mit Grünfutter gefüttert, anstatt mit künstlichen Futtermischungen zu mästen.

Haltung in Parzellen

Dazu werden die Schnecken in Parzellen gehalten, die zunächst mit Grünfutter bepflanzt werden. Ein Metallzaun verhindert das Einfallen von Mäusen, Spitzmäusen und Schneckenräubern. Ein besonderer Zaun aus einem netzartigen Kunststoff verhindert zusätzlich das Entweichen der Schnecken. Es sind jedoch noch viele andere Vorkehrungen nötig.

Ein besonders begrenzender Faktor in der Schneckenzucht ist die Selbstregulierung der Schnecken, die eine Überbevölkerung verhindert. Nur maximal etwa 20 Schnecken können auf einer Fläche von 1 Quadratmeter gehalten werden. Der Schleim, den eine Weinbergschnecke mit ihrer Spur verbreitet, enthält einen chemischen Wirkstoff, der andere Schnecken in ihrer Vermehrung beschränkt. Daher ist es notwendig, von Anfang an mehrere Parzellen zu betreiben, in die Schnecken aus den ersten Parzellen umgesetzt werden können, sobald sie ihre Eier gelegt haben.

Natürliche Grundlage für die Schneckenhaltung in Parzellen ist ein basischer Boden mit ausreichendem Kalkgehalt. Man kann davon ausgehen, dass, wo die Weinbergschnecke auch natürlich vorkommt, grundsätzlich auch eine wirtschaftliche Schneckenzucht möglich ist.

Der ausreichende Vegetationsbewuchs durch die gepflanzte Grünnahrung, Pflanzen, wie z.B. Weißklee, Zichorie, Rübsen, Mangold und Markstammkohl macht einen weiter gehenden Schutz gegen Räuber grundsätzlich praktisch unnötig. Wie in der freien Natur können die Schnecken sich hier unter die Vegetation zurück ziehen, die ihnen neben Sichtschutz auch Schatten und Schutz gegen Austrocknung gibt. Frische Grünnahrung reicht jedoch nicht aus. In regelmäßigen Abständen müssen die Schnecken auch Welkfutter zugefüttert bekommen.

Weiterverarbeitung

Während ein Teil der Schnecken umgesetzt wird, um eine neue Parzelle zu bevölkern, wird ein anderer Anteil ausgesucht, um weiterverarbeitet zu werden.

Vermarktet werden die Schnecken im Allgemeinen in konservierter Form: In Konserven eingelegt in einer geeigneten Soße oder eingefroren. Natürlich ist es auch möglich, die Schnecken lebendig zu vertreiben. Dies setzt dem Transportweg jedoch deutliche Grenzen und erfordert geeignete Transportbehälter.

Im Wesentlichen werden zwei Arten von Weinbergschnecken vermarktet: Zum einen die Kriechschnecken, die nach der Eiablage im Frühsommer abgesammelt werden, und zum zweiten die Deckelschnecken, die nach dem Beginn der Winterruhe das größte Gewicht erreicht haben und am gehaltvollsten sind.


Château Schneckenzucht in Murten



Parzelle mit Zwischenweg




Weinbergschnecken in Parzelle




Schnecken auf Markt im Piemont (IT)




Eingemachte Weinbergschnecken



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